Blanck, Frederic und Philippe | Domaine Paul Blanck  (Elsass)

Die Domaine Paul Blanck ist ein Familiebetrieb: Die Brüder Marcel und Bernard Blanck, die die Domäne zu dem gemacht haben, beraten noch, die Söhne Philippe und Frédéric Blanck haben die Arbeit übernommen - der eine Marketing und Verwaltung und der andere die Arbeit im Weinberg und die Vinifikation. Die Familie Blanck ist seit dem 16Jahrhundert im Elsaß im Weinbau tätig. Zunächst waren es erst wenige Weinbergsflächen, jetzt bewirtschaften sie eine Anbaufläche von 35 ha, wovon 30% Grands Crus sind.Das Elsaß ist das einzige Weinanbaugebiet Frankreichs, dass so viele verschiedene Rebsorten einzeln ausbaut: Sylvaner, Pinot blanc, Riesling, Muscat, Pinot gris (früher Tokay d'Alsace), Gewürztraminer und Pinot noir.
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1927 machte es sich Paul Planck zum Verdienst den Schlossberg zusammen mit anderen Winzern zu einem "Modellweinberg" besonderer Qualität zu machen. Sein Sohn, Marcel Blanck setzte sich als Präsident des Weinbauverbandes des Elsass in den siebziger Jahren dafür ein, dass Zonen höchster Qualität als Grands Crus Lagen ausgewiesen wurden - mit allen Konsequenzen wie Beschränkung der Hektarerträge und institutionalisierte Qualitätskontrollen. Man reicht seinen Wein ein und erfährt ob er als Grand Cru zugelassen ist. Der Schlossberg war die erste zugelassene Grand Cru Lage. Inzwischen gibt es 51 Grand Cru Lagen. Blancks haben fünf: Schlossberg, Furstentum, Mambourg, Schlossberg Wineck und Sommerberg. Schlossberg und Fürstentum sind nur durch ein Tal getrennt und doch so verschieden: Schloßberg besteht aus Granitboden, Furstentum hat Kalkboden des Jura. Klopft man Steine auf, findet man nicht selten Versteinerungen von Meerestieren..

 

Terroir:

Die geologischen Formationen im Elsass sind höchst unterschiedlich, da gibt es Böden von verwittertem Granit (Schlossberg), von armen Kalkböden über Mergel (Furstentum) oder tiefe Lehmböden (Mambourg oder Altenbourg). In der Talebene finden Abschwemmungen der Vogesen – arme Kiesböden, die die Reben zwingen, ihre Wurzeln tief wachsen zu lassen. Oder auch Sandböden, die angenehm leichte Weine geben. Hinzu kommt gerade im Tal von Kientzheim und Kaysersberg ein einmaliges fast meditereanes Mikroklima mit hoher Sonnenscheindauer und sehr wenig Regen. Hier kann man ganz große Weine machen – und die Blancks machen sie.

 

Vinifikation:

Marcel Blanck hat seine Weine stets eher reduktiv ausgebaut, sie erreichten in den großen Lagen ihre Reife häufig erst nach vier bis sechs Jahren. Noch heute macht ein von ihm vinifizierter Riesling Fürstentum 1989 oder gar 1985 viel Vergnügen. Frédéric machte dann zunächst ganz andere Weine: Eher opulent, manchmal mit deutlicher Restsüße. Doch seit 2000 nähert er sich wieder eher dem Stil seines Onkels an: Betonung der Terroirkomponente bei den Lagenweinen und den Grands Crus, frische und fruchtige Weine bei den Rebsortenweine, die meistens Verschnitte verschiedener Lagen sind. Die großen Weine werden inzwischen wieder in großen Holzfässern ausgebaut, die anderen in Edelstahl- oder emaillierten Fässern.

 

Besonderes:

Blancks machen einen Wein, der in der Aufzählung der sieben Rebsorten nicht vorkommt: Der Chasselas (deutsch Gutedel) von alten Reben ist ein wunderschöner Wein zu allen Gelegenheiten, eingängig, fruchtig und doch mit Struktur. Ideal für den Sommer auf der Terrasse!

 

Aktuelle Probenotiz: "Chasselas 2010!!!"

Bei Paul Blanck konnten wir an dem Chasselas 2010 nicht vorbeigehen, gute Struktur durch eine angenehme Säure und Mineralität, gleichzeitig eine Chasselas-typische Frucht machen ihn zu einem Genuss zur Brotzeit , zum Fisch und auch zum weißen Fleisch. Den Sylvaner hatten wir im Frühling angeboten und lassen ihn daher aus. Den Pinot Blanc 2010 nehmen wir auf, vom Riesling den Lagenwein Rosenbourg 2009, der in diesem Jahr durch eine leichte Lavendelnote in der Nase überrascht. Im Mund findet man dann einen reichen Riesling mit einem Hauch Mandel. Zum ersten Mal haben wir den Riesling Grand Cru Wineck Schlossberg im Sortiment, er kommt von jungen Reben und hat eine anschmeichelnde Frucht.
Dann ist da noch ein überzeugender Muscat auch aus 2010 und ein schöner Gewurztraminer 2010, in dem alle Gewurztraminertrauben aus den Grand Cru-Lagen gelandet sind. Sehr überzeugt hat uns der Gewurztraminer Altenbourg 2007, ein charaktervoller Wein, idealer Begleiter von exotisch gewürzten Speisen.

 

Weine

Chasselas 2010
ca. 35 Jahre alte Reben, im großen Holzfass ausgebaut
Nase: Zitrone, etwas Mineral, Stachelbeere
Mund: Zitrone und Pfirsich, dann deutliches Mineral, gute Säure und Länge, im Abgang Grapefruit
Verwenden zu: zur Wurstplatte, zum So-Trinken
Genußreife: jetzt bis 2013
Gewurztraminer 2010
50 % Fürstentum
Nase: Jasmin, Nelkenpfeffer, etwas Honig und auch Mirabelle
Mund: viel Frucht, angenehme Honigsüße. Etwas Orange, dann floral, am Ende etwas Nelkenpfeffer, gute Länge, im Abgang deutliche Noten von Pfeffer und Zitrusfrüchten
Verwenden zu: Aperitif, exotisch gewürzte Speisen
Genußreife: jetzt bis 2015
Gewurztraminer Altenbourg 2007
tiefer Kalk-Lehmboden
Nase: Töne von altem Rhum und Nelkenpfeffer
Mund: angenehme Süße, reife Banane, Jasmin, dann Nelke, angenehme Säure und gute Struktur, nicht überladen, im Gleichgewicht, im Abgang wieder der Rhumton
Verwenden zu: exotisch gewürzten Speisen
Genußreife: jetzt bis 2017
Muscat d'Alsace 2010
verschiedene Parzellen, u.a. Altenburg, Schlossberg
Nase: exotisch, Rhabarber und Mango, Zitrone, auch Mineral
Mund: reife Zitrone, dann Jasmin und Kernton, leichter Muskatton, im Abgang zitronige Säure
Verwenden zu: Spargel, auch mit Schinken, Aperitif
Genußreife: jetzt bis 2014
Pinot Blanc d'Alsace 2010

Nase: sehr frisch, Aprikose, Weißdorn und etwas Kern
Mund: reife Aprikose, dann leichter Kernton, Mineral, gute Säure, etwas Augustapfel, beachtliche Länge
Verwenden zu: passt zu weißem Fleisch und zum So-Trinken
Genußreife: jetzt bis 2014
Pinot Noir 2009
St. Hyppolite und Katzenthal
Nase: Himbeere und Kirsche, ganz viel Frucht
Mund: reife Himbeere und Schwarzkirsche, saftig, am Ende etwas Milchschokolade, weiche Tannine
Verwenden zu: Schweinefilet, Nackenbraten
Genußreife: jetzt bis 2014
Riesling 2010
Kientzheim, St. Hyppolite
Nase: Zitronenconfit,feine Note von Orangezeste
Mund: deutlich Zitrusfrüchte mit den Schalen, mineralisch, schöne Länge, im Abgang rosa Grapefruit
Verwenden zu: Dorsch, auf dem Punkt gebraten, vorher mit Zitronen-Olivenöl mariniert und Kartoffeln
Genußreife: jetzt bis 2014
Riesling Grand Cru Wineck Schlossberg 2007
Grand Cru, 25 Jahre und zwölf Jahre alte Reben
Nase: dezent weiße Blüten, Mineral, reich
Mund: florale Noten, dann etwas Biskuit, Frucht von reifer Ananas
Verwenden zu: Fisch mit kräftigen Saucen, Schalentieren
Genußreife: jetzt bis 2017
Riesling Rosenbourg 2009
wächst auf Lehm-Granitböden, 35 Jahre alte Reben
Nase: Lavendel, auch etwas Kern
Mund: Mandelton, reich, dann Confit von Zitrone, kräftiges Mineral, klassischer Rosenbourg
Verwenden zu: zu Fisch mit kräftiger Sauce mit Kräutern oder Safran aromatisiert, Schalentiere
Genußreife: jetzt bis 2015
Riesling Sommerberg Grand Cru 2007
Reben von 1923 und 1947
Nase: weiße Frucht, auch etwas Weinbergpfirsich, Brioche
Mund: gleichmäßig ansteigend, viel Frucht, ein Hauch von Karamell, etwas Mineral, dann Limone, im Abgang reife Stachelbeere und wieder Mineral, sehr große Länge
Verwenden zu: Jakobsmuscheln, Fisch mit kräftigen Saucen, weißes Fleisch
Genußreife: jetzt bis 2012
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